Kapitel 2 - Akt 8: Der Obelisk der Form und Macht

 

Snakeman schlug vor, dass wir die neu gewonnenen Freiheiten, die die Jägerlizenzen mit sich brachten, direkt aus testen sollten und schickte uns nach Babel zurück, wo wir nun endlich die Möglichkeit hatten, den Hauptkontrollraum zu betreten, welcher uns ein weiteres Mal in den Genuss sinnfreier Grafiken brachte, die von einem Haufen Unschuldiger überwacht wurden. Die Befehlsgewalt über diese schien ein better Herr in der Mitte des kleinen Raumes zu haben, welcher uns auch gleich darum bat, ihm die eine oder andere Arbeit ab zu nehmen, was wir natürlich nicht ablehnen konnten.
Er erklärte uns, dass die Anhänger zwei unterschiedlicher Sekten darum gebeten hatten, in Babel missionieren zu dürften, was er nach längerer Prüfung der Umstände auch für keine schlechte Idee hielt. Die ehrenvolle Aufgabe, den beiden je einen Code zu überbringen, der ihnen dieses Ergebnis bestätigen sollte, lag nun bei uns.
Da wir die zwei Gläubigen schon zuvor mehrmals in den Straßen lungern sehen konnten, war es ein Leichtes, sie zu finden und ihnen die Entscheidung der Kommune zu überbringen. Wesentlich schwieriger war es da schon, sie davon zu überzeugen, dass keine der beiden Glaubensrichtungen für uns in irgend einer Form von Interesse war, aber auch aus diesen unangenehmen Gesprächen konnten wir uns irgendwie heraus winden, indem wir das Thema wechselten und den beiden stattdessen für eine gute Menge an Geld die Kartenplugins für die beiden Gebiete hinter Shibuya und Ichigaya, offensichtlich die Heimat der religiösen Freaks, abkauften.

Da dieser kleine Botengang derart schnell von Statten gegangen war, nahmen wir uns die Zeit, mit einem kleinen Pseudounschuldigen, der uns ebenfalls bereits vor einiger Zeit aufgefallen war, zu unterhalten, welcher uns bereits nach wenigen Sätzen hektisch von einer Stadt berichtete, die er vermutlich geheim halten sollte. Aber das nette Kerlchen gab uns sogar eine kurze Wegbeschreibung, so dass wir uns auch direkt in den Untergrund der Stadt begaben, welcher die ach-so-geheime Stadt beherbergte.
Obwohl - oder vielleicht gerade weil - der Ort nicht direkt an der Oberfläche lag, bot er bei Weitem den angenehmsten Anblick, der uns bisher gegönnt worden war; die gesamte Umgebumg erinnerte zwar vom Aufbau her stark an Home III, (wir nahmen an, dass sich diese Art der Kontruktion einfach bewährt hatte) war aber gänzlich in ein furchtbar entspannendes Dämmerlicht getaucht und bot eine äusserst interessante Auswahl an Shops, deren Namen größten Teils in absolut keinem Zusammenhang mit den angebotenen Waren stand aber dafür durchaus ein gewisses kreatives Potential erkennen liess.
Die Bevölkerung der Stadt bestand sowohl aus Menschen als auch aus Unschuldigen, von denen sich Letztere hier unter der Erde erfolgreich emanzipiert hatten, so dass zumindest der Anblick der Shopinhaber die doch stark begrenzte Auswahl der Waren wett machen konnte.
Nachdem wir uns davon überzeugt hatten, dass es abgesehen vom Style der Verkäufer sowie einer kleinen, zur Hälfte virtuellen, Parkanlage nichts Spannendes mehr zu entdecken gab, machten wir uns wieder auf den Weg zurück an die Erdoberfläche und von dort aus direkt ein Stockwerk höher; in den Kontrollraum Babels.

Dort bedankte man sich zur Abwechslung mal bei uns, allerdings auch nur, um uns direkt darauf zu erläutern, dass die beiden Obelisken, die wir während unserer Erkundungstour bereits besichtigen durften, wie schon jener in Nakano von einem Unschuldigen untersucht wurde, dessen gesammelte Daten nun ausgewertet werden sollten. Und da wir nun schon einmal zur Hand waren, lag es natürlich nahe, uns mit diesen beiden Botengängen zu beauftragen, welche wir wie immer ohne zu Murren, zur Abwechslung aber auch ohne größere Unterbrechungen oder Dämonenjagden, erledigten.

 

A. am 12.11.09 05:19

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