Kapitel 2 - Akt 9: Die Sorge des Setsu

 

Als wir dem Bauer-Verschnitt den letzten der beiden Datenträger zurück brachten, erwartete er uns bereits in Gesellschaft eines Unschuldigen, der sich als großer Bruder der ersten Kind-Variante und Oberhaupt der unterirdischen Stadt zu erkennen gab. Die beiden erzählten uns vom sog. Cel-Turm in Shibuya, in welchem sich Berichten zu Folge ein ganzer Arsch voll Dämonen eingeistet haben sollte. Da wir zumindest die Eingangshalle des besagten Turms schon einmal besichtigt hatten, hielten wir es nicht für nötig, den Ausführungen der beiden Grauschöpfe ubermäßig viel Aufmerksamkeit zu schenken und nahmen kurzerhand eine Plakette von Setsu entgegen, die uns zu einem Bereich innerhalb des Turmes bringen sollte, in dem wir auf den Forschungstrupp treffen sollten, dessen gesammelte Informationen das eigentliche Ziel dieser Mission darstellten.

Die Reise zum Cel-Turm selbst war ziemlich unspannend, denn auch dieses Mal schienen die Dämonen Shibuyas keinerlei Ambitionen zu haben, uns das Leben auch nur annähernd so schwer zu machen wie ihre Kollegen in Ichigaya. Allerdings schien diese Ereignislosigkeit auch nur Teil der Ruhe vor dem Sturm zu sein, welcher im Turm schliesslich über uns herein zu brechen versuchte.
Nachdem die ersten Meter der Instanz, welche noch immer übertrieben nach dem Wohnsitz eines reichen alten Knackers ausseh, mindestens genau so ereignislos gewesen waren, trafen wir endlich auf die ersten Dämonen, die trotz ihrer himmlischen Erscheinung zumindest am Anfang ein ernstes Problem darstellten. Die Aggression und das Teamplay dieser Wesen übertraf schlichtweg alles, was uns bisher unter gekommen war und so war die Reise durch das Gebäude ein regelrechter Krieg, nur stellenweise von dem Treffen mit verschiedenen Dämonenjägern des Untersuchungstrupps unterbrochen, welche uns mit Informationen über den Turm versorgten, die jeder blinde Dreijährige mit Nierenversagen schon auf 50km Entfernung erkannt hätte.
Viel mehr Hilfte hatten wir aber eigentlich auch nicht erwartet, so dass es uns verhältnismäßig wenig ausmachte, ganze Horden von Pseudoengeln im Alleingang dem Erdboden gleich zu machen, bis wir wir, überraschender Weise bereits in der zweiten Etage des Turms, vor einer Tür in üblich unnötiger Größe standen, welche uns bereits entgegen schrie, dass dahinter der letzte Teil dieser Expedition auf uns wartete.
Davor allerdings wartete erst einmal der Leiter des Forschungstrupps gemeinsam mit seinem Dämonen, dessen Lieblingsfutter Clowns sein mussten. Beide hatten nicht wirklich etwas Konstruktives zu sagen, so dass wir nach wenigen gewechselten Worten bereits genug gehört hatten, um den Jäger einfach zu passieren und den letzten Raum zu betreten.
Um es kurz zu fassen: Unser Besuch hatte jemanden offenbar ganz extrem verärgert. Jemanden, den man besser nicht verärgern sollte.
Wieder duften wir uns mit einem ganzen Fanclub Gottes anlegen, wobei dieser hier in seiner Stärke alle zuvor kennen gelernten Flattermänner eiskalt in den Schatten stellte. Die Halle, in der uns die dicken Kinder begrüßten, schien zu allem Überfluss auch noch wesentlich kleiner als die Räume, durch die wir zuvor gewandert waren, so dass es uns so gut wie unmöglich war, etwas Abstand zu den sabbernden Geiern zu gewinnen.
Es kostete uns mehr als nur Zeit, Nerven und eine große Portion Healkrams, den Mob in seine Einzelteile zu zerlegen, und die Belohnung, die auch dieses Mal aus einer Hand voll grüner Würfel bestand, schien uns zur Abwechslung mehr als nur höhnisch. Zumindest gab es dieses Mal keinen Lichtkegel, der uns vor die Eingangstür des Turms gebracht hätter - stattdessenn hatte sich der Dämonenjäger, den wir vor der Tür stehen gelassen hatten, sich dazu entschlossen, auch schon nach dem rechten zu sehen. Auch wenn er natürlich zum Tod der Dämonen nicht mehr viel beitragen konnte, so machte er sich dennoch nützlich, indem er uns zurück nach Babel teleportierte, wo wir uns wiederum im Kontrollraum der Kommune einfanden, um Setsu und Co von den Ergebnissen der Untersuchungen zu berichten. Die beiden schlugen vor, dass wir nach Home III zurück kehren und nochmals mit Bartfratze sprechen sollten, was wir wie immer nicht verneinen konnten.

Unser Elan dieser Bitte augenblicklich nach zu kommen, hielt sich vorerst dennoch in Grenzen und so suchten wir nach einer Neuorganisation unserer Vorräte erst einmal einen geeigneten Idioten, der uns seinen Comp hacken lassen würde. Dieser liess sich auch direkt einige Meter vor einem der Shops auffinden und uns ohne große Widerrede in seinen Comp krauchen.
An Stelle eines wild gewordenen Hockeydämonen erwarten uns in diesem allerdings eine kleine Herde an Trojanern in Form von hässlichen Slimes, die sich im Vergelich zu ihren ordinären Klonen sogar einmal wehrten. Als auch diese Kreaturen begannen, mit dem gefressenen Schaden zu wachsen, wurde es tatsächlich etwas komplizierter, heil aus der ganzen Angelegenheit heraus zu kommen, denn so unendlich der virtuelle Raum auch meistens aussieht, so kann ein Speicher im wörtlichen Sinne sehr klein werden, wenn die darin befindlichen Individuen so groß werden, dass man ausser widerwärtigem Schleim tatsächlich nichts mehr erkennt.
Im Endeffekt waren es einfach nur Geduld und Glück, die uns die Puddinginvasion überstehen liessen, denn irgendwann wurde es schlicht unmöglich, zwischen all dem Rotz noch zu erkennen, ob und wer gerade dabei war, uns durch mehr als seine pure Anwesenheit ins Gesicht zu springen.

Wenigstens zeigte sich der gehackte Jäger sehr dankbar und belohnte uns für die Reinigung seines Geräts mit zwei Baphometladies, die durch das tragen eines BH sogar einen gewissen Unterhaltungswert mitbrachten.
Den Rest des Tages verbrachten wir weniger spannend damit, nach Nakano zu wandern und dort eine Runde zu verweilen, um wieder einmal etwas Smalltalk mit den Plasma zu führen und uns dafür mit Müll aus vorigen Epochen belohnen zu lassen.

A. am 12.11.09 05:21

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